Präventionsleistungen
Die Deutsche Rentenversicherung Bund unterstützt ihre Versicherten im Rahmen ihres Präventionsprogramms RV Fit mit Kursen zu Bewegung, Ernährung und Stressbewältigung. Ziel ist es, chronischen Erkrankungen vorzubeugen. Die Präventionsleistungen können über das Portal RV Fit einfach und schnell beantragt werden. Das Programm stößt auf steigendes Interesse: Im Jahr 2024 erhöhten sich die Antragszahlen im Vergleich zum Vorjahr um rund 26 Prozent, die Anzahl der Bewilligungen stieg um rund 38 Prozent auf über 32.700 Leistungen.
Medizinische Rehabilitationsleistungen
Leistungen zur medizinischen Rehabilitation sollen ein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Beruf verhindern, die Lebensqualität verbessern und zur Gesundheit der Versicherten beitragen. Im Jahr 2024 wurden insgesamt 497.000 medizinische Rehabilitationen bewilligt. Das sind rund zwei Prozent weniger als im Vorjahr. Der Anteil ambulanter und ganztägig ambulanter Leistungen an den Bewilligungen betrug insgesamt 14 Prozent. Wer auf der Suche nach einer passenden Reha-Einrichtung ist, findet auf www.meine-rehabilitation.de Unterstützung: Das Portal bietet eine Kliniksuche nach Krankheitsbild und Ort und ermöglicht es, die Einrichtungen auf Basis von Qualitätsbewertungen miteinander zu vergleichen. Weitere Informationen dazu gibt es unter www.drv-reha.de im Internet.
Rehabilitation bei einem Post-COVID-Syndrom
Die Reha-Zentren der Deutschen Rentenversicherung Bund bieten Menschen mit Post-COVID-Syndrom (PCS) vielfältige Behandlungsmöglichkeiten und Reha-Leistungen an. Dies betrifft insbesondere psychische bzw. psychosomatische, pneumologische und kardiologische Erkrankungen. Die Behandlungsangebote umfassen Anschlussrehabilitationen (AHBs) nach einer akuten Krankenhausbehandlung und Rehabilitationen im Antragsverfahren. Im Jahr 2024 führte die Deutsche Rentenversicherung Bund 7.900 medizinische Rehabilitationen wegen PCS durch. Folgende Reha-Zentren der Deutschen Rentenversicherung Bund bieten spezielle PCS-Programme mit verschiedenen Schwerpunkten an:
Post-COVID (inklusive Forschungsprojekt)
- Reha-Zentrum Seehof: Schwerpunkt Psychosomatik
- Reha-Zentrum Todtmoos: Schwerpunkte Psychosomatik und Pneumologie
Post-COVID
- Reha-Zentrum Utersum: Schwerpunkt Pneumologie
- Reha-Zentrum Borkum: Schwerpunkt Pneumologie
- Reha-Zentrum Bad Driburg: Schwerpunkt Kardiologie
- Reha-Zentrum Bad Salzuflen: Schwerpunkt Psychosomatik
Indikationen im Jahr 2024
Die meisten medizinischen Rehabilitationen bei Erwachsenen wurden aufgrund von orthopädischen und rheumatischen Beschwerden bewilligt (37,6 Prozent). Die Indikationsgruppe Psychosomatik und Psychotherapie hatte einen Anteil von 21,6 Prozent. Der Anteil der onkologischen Leistungen (Krebserkrankungen) betrug 17,5 Prozent.
Reha-Nachsorge
Eine Rehabilitationsnachsorge findet im Anschluss an eine stationäre oder ganztägig ambulante Leistung zur medizinischen Rehabilitation statt und kann auch digital durchgeführt werden. Durch die Nachsorge sollen die in der Reha erlernten Verhaltensänderungen im Alltag verstetigt werden. 2024 haben über 176.000 Versicherte eine Zusage für eine Rehabilitationsnachsorge erhalten. Das sind elf Prozent mehr als im Vorjahr.
Kinderrehabilitation
Im Jahr 2024 wurden rund 19.900 Kinderrehabilitationen bewilligt – etwa ein Prozent weniger als im Vorjahr. Die Kinderrehabilitation kann Kindern und Jugendlichen mit Beschwerden wie ADHS, Asthma oder Übergewicht dabei helfen, wieder fit für Schule und Alltag zu werden.
Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben
Die Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben umfassen neben Integrations- und Qualifizierungsmaßnahmen auch persönliche oder technische Hilfsmittel, die das Weiterarbeiten am Arbeitsplatz trotz gesundheitlicher Probleme ermöglichen. Darüber hinaus können Zuschüsse gezahlt werden, um Kraftfahrzeuge oder eine Wohnung behindertengerecht auszustatten. Im Jahr 2024 wurden rund 57.700 Anträge zur Teilhabe am Arbeitsleben bewilligt. Das entspricht einem Anstieg um fast neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Belegung von Rehabilitationseinrichtungen
Die Deutsche Rentenversicherung Bund betreibt eigene Reha-Zentren für die medizinische Rehabilitation. Darüber hinaus stehen ihr zahlreiche Vertragseinrichtungen zur Verfügung. Im Jahr 2024 verfügten die eigenen Reha-Zentren über gut 5.700 Betten. Zudem nutzte die Deutsche Rentenversicherung Bund durchschnittlich 23.750 stationäre und 4.800 ganztägig ambulante Kapazitäten in Vertragseinrichtungen für medizinische Rehabilitationen (ohne Suchtrehabilitationen und ohne Kinderrehabilitationen). Weiterführende Informationen zu den Reha-Zentren finden Sie unter www.klinikgruppe-drv-bund.de.
Rund 3,5 Milliarden Euro für Rehabilitation und Teilhabe
Im Jahr 2024 gab die Deutsche Rentenversicherung Bund rund 3,5 Milliarden Euro für Leistungen zur medizinischen Rehabilitation und zur Teilhabe am Arbeitsleben aus. Das sind rund 7,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Das Gros der Ausgaben entfiel mit rund 2,9 Milliarden Euro auf Leistungen zur medizinischen Rehabilitation. Die Rückzahlungen nach dem in der Coronapandemie erlassenen Sozialdienstleister-Einsatzgesetz (SodEG) beliefen sich auf rund 43,3 Millionen Euro und haben entsprechend zur Entlastung der Reha-Aufwendungen beigetragen. Für Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben wurden rund 469,1 Millionen Euro ausgegeben.
Die Sozialversicherungsbeiträge für Rehabilitandinnen und Rehabilitanden betrugen rund 181,6 Millionen Euro. Einrichtungen, die auf dem Gebiet der Rehabilitation forschen oder diese fördern, erhielten rund 8,4 Millionen Euro. Für Projekte im Rahmen von rehapro – einem Bundesprogramm, das Innovationen in der Reha fördert – wurden rund 4,4 Millionen Euro aufgebracht.
Firmenservice der Deutschen Rentenversicherung
Unter dem Leitmotiv „Unabhängig. Kompetent. Kostenfrei.“ hat der Firmenservice im Jahr 2024 rund 16.200 Arbeitgeber, Betriebs- und Werksärzte sowie Interessenvertretungen umfassend beraten – sei es persönlich, per Video, telefonisch oder schriftlich. Dies entspricht einer Steigerung von drei Prozent. Bei den Schwerpunkten der Anfragen lagen „Gesundheitsthemen“ sowie „Beiträge und Meldungen zur Sozialversicherung“ mit jeweils gut 45 Prozent gleichauf. Der Anteil an Fragen zur „Rente und Altersvorsorge“ betrug rund neun Prozent.
Die Kooperation mit der gesetzlichen Unfall- und Krankenversicherung wurde durch gemeinsame Seminarveranstaltungen und Beratungen intensiviert. Das Pilotprojekt mit dem Arbeitgeberservice der Bundesagentur für Arbeit wurde fortgeführt und bis 30. Juni 2025 verlängert. Ziel ist es, Schnittstellen zu identifizieren und Beratende als Lotsen zu befähigen, um die Beratungsangebote noch besser miteinander zu verzahnen.
Erfolgreiche Stärkung des Wunsch- und Wahlrechts
Seit Juli 2023 sind durch die Umsetzung des Gesetzes zur Digitalen Rentenübersicht auch die Wunsch- und Wahlmöglichkeiten für Versicherte bei der Auswahl der für sie passenden Rehabilitationseinrichtung gestärkt. Das neue Antragsformular (G0100) ermöglicht die Angabe mehrerer Wunscheinrichtungen, während das Klinikportal Meine Rehabilitation den Versicherten die Suche nach einer geeigneten Einrichtung erleichtert. Im Portal können Interessierte beispielsweise die Ergebnisse aus dem externen Qualitätssicherungsverfahren der Deutschen Rentenversicherung einsehen und die Prozess- und Ergebnisqualität der Einrichtungen vergleichen.
Die neuen Angebote finden Anklang. So ist der Anteil der Versicherten, die im Antrag einen ausdrücklichen Klinikwunsch angegeben haben, im Verlauf des Jahres 2024 kontinuierlich gestiegen. Bei stationären Leistungen zur medizinischen Rehabilitation lag er beispielsweise bei über 59 Prozent. Betrachtet man alle Bewilligungen der Deutschen Rentenversicherung Bund, bei denen im Verlauf des Verfahrens ein Wunsch geäußert wurde, konnte im Jahr 2024 bei 50 Prozent ein Einrichtungswunsch erfüllt werden. Das Webportal Meine Rehabilitation verzeichnete fast eine Million Besuche im Jahr 2024.
33. Reha-Kolloquium 2024 mit neuem Besucherrekord in Bremen
„Nachhaltigkeit und Teilhabe: ökologisch – ökonomisch – sozial“: Unter diesem Motto fand das 33. Rehabilitationswissenschaftliche Kolloquium vom 18. bis 20. März 2024 mit einem neuen Besucherrekord in Bremen statt. Über 1.600 Expertinnen und Experten tauschten sich vor dem Hintergrund der sozial-ökologischen Transformation darüber aus, was das deutsche Rehabilitationssystem zum Klimaschutz beitragen kann, wie sich Versorgungs- und Therapiebedarfe durch den Klimawandel verändern, wie Rehabilitandinnen und Rehabilitanden im Umgang mit klimabezogenen Gesundheitsrisiken unterstützt werden können und welche Optimierungspotenziale in Reha-Kliniken dahingehend existieren.
Das Rehabilitationswissenschaftliche Kolloquium ist der wichtigste Kongress für Rehabilitationsforschung im deutschsprachigen Raum. Ziel der Veranstaltung ist der Austausch über aktuelle Forschungsergebnisse und innovative Konzepte zur wissenschaftlich fundierten Weiterentwicklung von Teilhabeleistungen. Das 33. Reha-Kolloquium wurde von der Deutschen Rentenversicherung Bund, der Deutschen Rentenversicherung Oldenburg-Bremen und der Deutschen Gesellschaft für Rehabilitationswissenschaften (DGRW) veranstaltet. Weitere Informationen finden Sie unter Reha-Kolloquium.
21. Reha-Forum der Deutschen Rentenversicherung Bund
Vom 31. Oktober bis 1. November 2024 fand das 21. Reha-Forum der Deutschen Rentenversicherung Bund statt. Über 300 Teilnehmende aus Kreisen der Rentenversicherung, Leistungserbringer, Verbände, Politik und Wissenschaft kamen für ein abwechslungsreiches Vortragsprogramm und einen regen fachlichen Austausch zum Thema „Rehabilitation in einer sich verändernden Arbeitswelt – Analyse aus verschiedenen Blickwinkeln“ in Berlin zusammen. Ausgehend von den vom Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung definierten „Megatrends“, die auch die Arbeitswelt und das Gesundheitswesen nachhaltig verändern, beleuchteten die Beiträge die Rolle der Rehabilitation im modernen Arbeitsleben. Einen besonderen Stellenwert nahm dabei die Frage ein, wie Arbeitskräfte länger im Erwerbsleben gehalten oder im Falle einer Erwerbsminderung ins Erwerbsleben zurückgeführt werden können.