Geschäftsbericht
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Was wir tun: Rentenversicherung

Viele Menschen haben in ihrem Berufsleben im Ausland gearbeitet und dort Rentenanwartschaften erworben. Die Deutsche Rentenversicherung Bund ist daher auch auf internationaler Ebene aktiv. Sie berät Versicherte zu internationalen Rentenfragen, sorgt für reibungslose Rentenzahlungen ins Ausland und arbeitet in vielfältiger Weise mit ausländischen Rentenversicherungsträgern zusammen.

Innerhalb der Europäischen Union (EU) werden die nationalen Systeme der sozialen Sicherheit durch Regelungen des Europarechts koordiniert. Damit wird sichergestellt, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht benachteiligt werden, wenn sie ihr Recht auf Freizügigkeit nutzen. Diese Regelungen werden auch im Verhältnis zu den Ländern des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) Island, Liechtenstein und Norwegen sowie zur Schweiz und zum Vereinigten Königreich Großbritannien und Nordirland angewendet. Außerhalb der EU bestehen mit vielen Staaten bilaterale Sozialversicherungsabkommen, die auf den Prinzipien der Gegenseitigkeit und der Gleichbehandlung beruhen. Auch im Jahr 2025 unterstützte die Deutsche Rentenversicherung Bund Sondierungsgespräche und Vertragsverhandlungen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) zum Abschluss von neuen Abkommen Deutschlands im Bereich der sozialen Sicherheit mit weiteren Staaten.

Die Deutsche Rentenversicherung Bund betreut eine kontinuierlich steigende Anzahl an Versicherten, für die das Europarecht oder ein Sozialversicherungsabkommen gelten. Im Dezember 2025 zahlte sie insgesamt 260.799 Renten an Versicherte oder deren Hinterbliebene im europäischen Ausland. Schwerpunkte waren Österreich mit 60.976 Zahlungen und die Schweiz mit 41.190 Zahlungen. Darüber hinaus zahlte die Deutsche Rentenversicherung Bund 96.929 Renten in Länder, mit denen ein Sozialversicherungsabkommen geschlossen wurde. Dabei stehen die USA mit 32.777 Zahlungen und Israel mit 9.720 Zahlungen an der Spitze. Nicht zuletzt wurden 18.681 Renten ins „vertragslose“ Ausland geleistet. Hierzu gehören beispielsweise Thailand mit 4.450 und Südafrika mit 2.830 Zahlungen.

Die Deutsche Rentenversicherung Bund zahlte insgesamt 260.799 Renten an Versicherte oder deren Hinterbliebene im europäischen Ausland.

260.799

Renten ins Ausland

Verbindungsstelle hält Kontakt in andere Länder

Die Deutsche Rentenversicherung Bund steht als weltweit zuständige Verbindungsstelle der gesetzlichen Rentenversicherung in regelmäßigem Austausch mit den Sozialversicherungsträgern der Mitgliedstaaten der EU, der EWR-Länder Island, Liechtenstein und Norwegen, der Schweiz und des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Nordirland sowie zu 23 Staaten, mit denen Deutschland ein Sozialversicherungsabkommen geschlossen hat. Gemeinsam mit der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See und dem jeweils zuständigen Regionalträger klärt sie Rechts- und Verfahrensfragen bei der Anwendung des Europa- und Abkommensrechts. Im Jahr 2025 fanden Verbindungsstellenbesprechungen mit Frankreich, Kroatien, den Niederlanden, Österreich, der Türkei und Ungarn statt. Darüber hinaus tauscht die Verbindungsstelle Informationen über Rechtsänderungen sowie Statistiken aus und begleitet die Weiterentwicklung und Umsetzung von elektronischen Verfahren in rechtlicher Hinsicht.

Verbindungsstellen und Versicherungsträger zunehmend digitaler

Der digitalen Kommunikation zwischen den Verbindungsstellen und Versicherungsträgern kommt eine stetig wachsende Bedeutung zu. Dies betrifft den Austausch von Rentenanträgen, die sichere E-Mail-Kommunikation und den Austausch großer Datenmengen, etwa bei Rentenbeträgen, beim Sterbedatenabgleich sowie beim elektronischen Austausch von Sozialversicherungsdaten (EESSI – Electronic Exchange of Social Security Information). In diesem Rahmen bleibt die automatisierte Speicherung und Verarbeitung von ausländischen Versicherungszeiten im Fokus. Die Deutsche Rentenversicherung Bund hat sich hierzu im Jahr 2025 mit Albanien, Australien, Bulgarien, Griechenland, Litauen, den Niederlanden, den Philippinen, Portugal, der Republik Moldau, Serbien, Tschechien, der Türkei, Ungarn und dem Vereinigten Königreich ausgetauscht.

Aktiv in der europäischen Sozialpolitik

Die Deutsche Rentenversicherung Bund ist zusammen mit anderen Spitzenorganisationen der Sozialversicherung über die Europavertretung der Deutschen Sozialversicherung (DSV) aktiv in die Gestaltung der europäischen Sozialpolitik eingebunden. Gemeinsam haben sie im Berichtsjahr 2025 auf verschiedenen Veranstaltungen den sozialpolitischen Austausch mit der neu gewählten EU-Kommission intensiviert. Schwerpunkte waren die künftige Ausrichtung der Kommission und des Europäischen Parlaments, zentrale Digitalisierungsvorhaben wie die EUDI-Wallet und der Europäische Gesundheitsdatenraum sowie die Reform des Koordinierungsrechts.

Darüber hinaus hat sich die DSV mit einer Vielzahl an Stellungnahmen und Positionspapieren zu aktuellen Entwicklungen auf europäischer Ebene eingebracht, so etwa zum neuen Aktionsplan zur weiteren Umsetzung der Europäischen Säule sozialer Rechte, der Rolle der Sozialversicherung als Treiber für Europas Wettbewerbsfähigkeit oder dem Omnibusvorschlag der EU-Kommission im Digitalbereich. Am 17. November 2025 haben die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV), die Deutsche Rentenversicherung Bund, der GKV-Spitzenverband und die DSV-Europavertretung unter dem Leitmotiv „Kritisch, digital, souverän“ eine Konferenz zur Digitalisierung im öffentlichen Sektor ausgerichtet. Im Fokus der Konferenz stand der Dialog zwischen europäischer und nationaler Politik, der Verwaltung und den Sozialversicherungsträgern. Informationen zu den Positionspapieren und weiteren Veröffentlichungen der DSV sind unter www.dsv-europa.de abrufbar.

Internationale Beratungstage

Im Jahr 2025 fanden in 23 Ländern Internationale Rentenberatungstage statt, persönlich vor Ort, telefonisch und per Videoberatung. Menschen mit Rentenanwartschaften aus mehreren Ländern konnten so direkt mit den beteiligten Sozialversicherungsträgern aus dem In- und Ausland ihre Fragen klären.

Insgesamt fanden 488 Internationale Beratungstage in 36 Städten in Deutschland und 94 Städten im Ausland statt, auf denen mehr als 33.750 Beratungsgespräche zum nationalen und internationalen Rentenrecht geführt wurden.

Internationale Beratungstage nach Städten