Geschäftsbericht
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Was wir tun: Rehabilitation

Die Präventions- und Rehabilitationsmaßnahmen der Deutschen Rentenversicherung Bund setzen gezielt dort an, wo gesundheitliche Einschränkungen drohen oder bereits eingetreten sind. Sie helfen die Gesundheit, Unabhängigkeit und Lebensqualität von Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu erhalten oder wiederherzustellen. Eine neue Studie zeigt, dass mit einer Investition von einem Euro in die Rehabilitation innerhalb von zwei Jahren ein gesellschaftlicher Nutzen von bis zu fünf Euro erzielt werden kann.

Präventionsleistungen für ein gesünderes Leben

Die Deutsche Rentenversicherung Bund bietet ihren Versicherten im Rahmen ihres Präventionsprogramms RV Fit verschiedene Kurse zu Bewegung, Ernährung und Stressbewältigung an. RV Fit dient der Prävention und soll helfen, gesundheitliche Probleme frühzeitig zu erkennen und aktiv anzugehen. Die Angebote können berufsbegleitend vor oder nach der Arbeit wahrgenommen werden. Die Leistung kann über das Portal RV Fit unter  www.rv-fit.de beantragt werden. Die Nachfrage nach dem Programm nimmt weiter zu: Im Jahr 2025 sind die Antragszahlen im Vergleich zum Vorjahr um 24 Prozent gestiegen, bei den Bewilligungen war ein Anstieg von rund 26 Prozent auf etwa 41.200 Leistungen zu verzeichnen.

Medizinische Rehabilitationsleistungen

Leistungen zur medizinischen Rehabilitation tragen dazu bei, ein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Beruf zu verhindern, die Lebensqualität zu verbessern und die Gesundheit der Versicherten zu stärken. Im Jahr 2025 wurden rund 470.000 medizinische Rehabilitationen bewilligt. Der Anteil ambulanter und ganztägig ambulanter Leistungen an den Bewilligungen lag insgesamt bei rund 15 Prozent. Die Seite www.meine-rehabilitation.de unterstützt bei der Suche nach einer passenden Einrichtung für die Rehabilitation und informiert über die Qualität der Reha-Einrichtungen.

Mit den Rehabilitationsleistungen der Deutschen Rentenversicherung Bund fit in Beruf und Alltag bleiben. Quelle: DRV Bund/Lüder Lindau.

Indikationen im Jahr 2025

Bei Erwachsenen entfielen die meisten medizinischen Rehabilitationsmaßnahmen mit einem Anteil von 37,8 Prozent der bewilligten Leistungen auf Indikationen aus den Bereichen Orthopädie und Rheumatologie. Die Indikationsgruppe Psychosomatik hatte einen Anteil von 20,5 Prozent. Onkologische Leistungen (Krebserkrankungen) machten 18,0 Prozent aus.

Bewilligungen von Leistungen zur Prävention und zur medizinischen Rehabilitation und Veränderungen zum Vorjahr

Reha-Nachsorge – stationär und ambulant

Eine Rehabilitations-Nachsorge schließt an eine stationäre oder ganztägig ambulante medizinische Rehabilitation an. Sie kann auch digital durchgeführt werden. Ziel ist es, die während der Rehabilitation erlernten Verhaltensänderungen im Alltag zu festigen und weiterzuentwickeln. Im Jahr 2025 erhielten rund 199.000 Versicherte eine Zusage für eine Rehabilitations-Nachsorge. Das sind rund 13 Prozent mehr als im Vorjahr.

Kinderrehabilitation

Die Kinderrehabilitation kann Kindern und Jugendlichen mit Beschwerden wie beispielsweise Asthma, Übergewicht, und Entwicklungsstörungen anderen gesundheitlichen und psychosozialen Problemen dabei helfen, wieder fit für die Schule und das Alltagsleben zu werden. Im Jahr 2025 wurden rund 18.800 Kinderrehabilitationen bewilligt.

Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben

Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben sollen Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen dabei unterstützen, ihre Erwerbstätigkeit fortzuführen oder diese neu aufzunehmen. Neben Integrations- und Qualifizierungsmaßnahmen gehören dazu auch persönliche oder technische Hilfsmittel sowie Zuschüsse, etwa für die behindertengerechte Ausstattung von Kraftfahrzeugen oder von Wohnraum. Im Jahr 2025 wurden rund 60.900 Anträge zur Teilhabe am Arbeitsleben bewilligt. Das ist ein Anstieg um fast sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Bewilligungen von Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben und Veränderungen zum Vorjahr

Belegung von Rehabilitationseinrichtungen

Die Deutsche Rentenversicherung Bund betreibt eigene Reha-Zentren für die medizinische Rehabilitation. Außerdem stehen ihr zahlreiche Vertragseinrichtungen zur Verfügung. Im Jahr 2025 verfügten die eigenen Reha-Zentren über 5.400 Betten. Zudem nutzte die Deutsche Rentenversicherung Bund durchschnittlich 23.750 stationäre und 4.870 ganztägig ambulante Kapazitäten in Vertragseinrichtungen für medizinische Rehabilitationen (ohne Suchtrehabilitationen und ohne Kinderrehabilitationen). Weiterführende Informationen zu den Reha-Zentren finden Sie unter: Die Reha-Zentren 

Rund 3,7 Milliarden Euro für Rehabilitation und Teilhabe

Im Jahr 2025 gab die Deutsche Rentenversicherung Bund rund 3,7 Milliarden Euro für Leistungen zur medizinischen Rehabilitation und zur Teilhabe am Arbeitsleben aus. Das sind rund 5,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Der größte Teil der Ausgaben entfiel mit rund 3,0 Milliarden Euro auf Leistungen zur medizinischen Rehabilitation. Darin sind nach dem „Sozialdienstleister-Einsatzgesetz (SodEG)“ Rückforderungen für 2021 in Höhe von rund 109,8 Millionen Euro enthalten. SodEG war ein während der COVID-19-Pandemie und bis Ende Juni 2022 geltendes Gesetz, um zum Beispiel medizinische Rehabilitationseinrichtungen mit Vorschüssen der Deutschen Rentenversicherung Bund finanziell zu sichern. Die Deutsche Rentenversicherung Bund zahlte auf dieser Rechtsgrundlage Vorschüsse und Zuschüsse (bis 75 Prozent der bisherigen Einnahmen) für Einrichtungen, die soziale Dienste leisten.

Für Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben wurden rund 525,2 Millionen Euro ausgegeben. Die Sozialversicherungsbeiträge für Rehabilitandinnen und Rehabilitanden betrugen rund 203,1 Millionen Euro. Einrichtungen, die auf dem Gebiet der Rehabilitation forschen oder diese fördern, erhielten rund 8,5 Millionen Euro. Für Projekte im Rahmen von rehapro – einem Bundesprogramm, das Innovationen in der Reha fördert – wurden rund 2,3 Millionen Euro verausgabt.

Firmenservice

Der Firmenservice der Deutschen Rentenversicherung hat im Jahr 2025 sein zehnjähriges Jubiläum begangen. Bei einer Festveranstaltung haben viele Weggefährten und kooperierende Sozialleistungsträger die positive Entwicklung des Firmenservices gewürdigt. Die Beratungsanfragen von Arbeitgebenden, Betriebs- und Werksärztinnen und -ärzten sowie Interessenvertretungen beliefen sich 2025 auf 15.100. Gesundheitsthemen dominierten mit 45 Prozent die Anfragen, dicht gefolgt von Beiträgen und Meldungen zur Sozialversicherung mit 43 Prozent. Etwa 12 Prozent entfielen auf Anfragen zur Rente und Altersvorsorge.

Auch Kooperationen werden stetig ausgebaut. Drei Berufsgenossenschaften haben den Firmenservice in verpflichtende Unternehmerseminare eingebunden. Hierdurch erreicht der Firmenservice auch kleine Unternehmen. Pilotprojekte zur Kooperation mit dem Arbeitgeberservice der Bundesagentur für Arbeit (BA) wurden erfolgreich abgeschlossen. Für den bundesweiten Rollout wird ein Transferkonzept erarbeitet.

Stärkung des Wunsch- und Wahlrechts erfolgreich

Die Maßnahmen zur Stärkung des Wunsch- und Wahlrechts, die im Zuge der Umsetzung des Gesetzes zur Digitalen Rentenübersicht eingeführt wurden, entfalten zunehmend Wirkung. Im Jahr 2025 nutzten rund 64 Prozent der Versicherten die Möglichkeit, ihre Wunschkliniken im Antrag für stationäre Leistungen zur medizinischen Rehabilitation anzugeben.

Die Website Meine Rehabilitation unterstützt zukünftige Rehabilitandinnen und Rehabilitanden bei der Suche nach einer geeigneten Klinik und stellt übersichtlich relevante Informationen zu Rehabilitationseinrichtungen bereit. Das Angebot wurde gut angenommen: Im Jahr 2025 verzeichnete das Portal über eine Million Besuche.

Zwei neue Vorhaben für die digitale Beauftragung, Erstellung und Verarbeitung von sozialmedizinischen Gutachten

Die Deutsche Rentenversicherung Bund hat im Jahr 2025 zwei neue Projekte ins Leben gerufen: das Projekt zur „Zukunft der Gutachtenverwaltung bis 2026“ (#ZuG2026) und das Projekt „Künstliche Intelligenz zur Qualitätssicherung von Gutachten zur Erwerbsminderung“ (KI-QS-EM). Seit Januar 2025 werden Aufträge zur Benennung von Gutachterinnen und Gutachtern ausschließlich digital übermittelt. Damit ist auch die Voraussetzung geschaffen, diese Aufträge künftig ebenfalls digital an externe Sachverständige zu vergeben.

Das Vorhaben #ZuG2026 zielt auf die digitale Transformation der Beauftragung, Erstellung, Übermittlung und auf die Verbesserung der Qualität von externen Gutachten ab. Bereits seit August 2024 wird das trägerübergreifende Projekt KI-QS-EM entwickelt. Ziel ist ein KI-gestütztes Verfahren, das Gutachten vollumfänglich analysiert, anhand standardisierter Prüfschritte Nachvollziehbarkeit und Plausibilität prüft und unter Nutzung sogenannter denkender Sprachmodelle (Reasoning Large Language Models) fehlende oder widersprüchliche Angaben erkennt.

Erneuter Besucherrekord beim 34. Reha-Kolloquium 2025

Beim 34. Reha-Kolloquium vom 18. bis 20. März 2025 in Nürnberg kamen über 1.800 Expertinnen und Experten aus Forschung, Praxis, Politik und Verwaltung zusammen, um sich über den Digitalen Wandel in Prävention und Rehabilitation auszutauschen. Unter dem Motto „Mensch trifft Maschine – digitale Chancen in Prävention und Rehabilitation nutzen“ fanden zahlreiche Veranstaltungen statt, in denen diskutiert wurde, wie neue digitale Angebote weiterentwickelt, räumliche Barrieren abgebaut und Zugänge vereinfacht werden können. Auch die Möglichkeiten und Grenzen von Künstlicher Intelligenz auf dem Feld der Prävention, Rehabilitation und sozialmedizinischen Begutachtung wurden vielfach thematisiert.

Das Rehabilitationswissenschaftliche Kolloquium ist der wichtigste Kongress für Rehabilitationsforschung im deutschsprachigen Raum. Ziel der Veranstaltung ist der Austausch über aktuelle Forschungsergebnisse und innovative Konzepte zur wissenschaftlich fundierten Weiterentwicklung von Teilhabeleistungen. Das 34. Reha-Kolloquium wurde von der Deutschen Rentenversicherung Bund, der Deutschen Rentenversicherung Nordbayern und der Deutschen Gesellschaft für Rehabilitationswissenschaften (DGRW) veranstaltet.

Ein Rückblick auf vergangene Reha-Kolloquien: Tagungsbände vergangener Kolloquien

Zum Reha-Kolloquium
Reha-Kolloquium

22. Online-Reha-Forum der Deutschen Rentenversicherung Bund

Am 13. November 2025 fand das 22. Reha-Forum der Deutschen Rentenversicherung Bund zum dritten Mal in digitaler Form statt. 725 Fachleute aus Reha-Einrichtungen bundesweit nahmen am Forum teil und informierten sich über aktuelle Entwicklungen und zukünftige Perspektiven. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen unter anderem Themen wie Digitalisierung, Qualität und die Weiterentwicklung des Vergütungssystems ab 2026. Auf der Veranstaltung wurde deutlich, dass Prävention und Rehabilitation weiterhin eine hohe Relevanz haben. Einerseits ist der Bedarf in diesen Bereichen steigend, andererseits hat eine aktuelle Studie zur Wirksamkeit und zum volkswirtschaftlichen Nutzen von Reha-Maßnahmen aufgezeigt, dass Reha nicht nur wirksam ist, sondern sich volkswirtschaftlich lohnt. Die Studie besagt, dass jeder investierte Euro in die Rehabilitation schon im ersten Jahr einen gesamtwirtschaftlichen Nutzen von bis zu zwei Euro bringt, nach zwei Jahren sind es schon bis zu fünf Euro.

Als weitere Aspekte wurden das Wunsch- und Wahlrecht und die Neuausrichtung der Reha-Qualitätssicherung beleuchtet. Doch auch digitale Angebote wurden vorgestellt, wie beispielsweise die elektronische Anschlussrehabilitation (eAHB) und innovative Kommunikationswege zwischen Reha-Einrichtungen und der Deutschen Rentenversicherung Bund. Weitere Informationen: Reha-Forum